Ein guter KI-Video-Prompt ist ein Bauplan mit sechs Bausteinen: Eckdaten (Format, Länge, Szenen), Idee mit rotem Faden, Look, Szenen mit Zeitangaben, Bewegung und Kamera sowie die Technik für den Export. Werte statt Adjektive machen den Unterschied.
Ein KI-Video ist nur so gut wie sein Prompt. Die meisten Prompts sind zu kurz und zu vage, deshalb sieht das Ergebnis zufällig aus. Ein guter Prompt ist eher ein Bauplan: Er sagt genau, was wann wo passiert. Hier ist der Aufbau, mit dem auch die Prompts in der DrillUp-Bibliothek geschrieben sind.
Warum viele Video-Prompts scheitern
Bei Text reicht oft ein Satz. Bei Video nicht. Ein Video hat Zeit, Bewegung, Kamera, Farbe und Schrift, und jede dieser Ebenen braucht eine Entscheidung. Fehlt sie im Prompt, trifft die KI sie selbst. Dann bekommst du Durchschnitt: Alles bewegt sich gleichzeitig, die Schrift ist zu klein, und am Ende fehlt der Höhepunkt.
Die sechs Bausteine eines KI-Video-Prompts
Eckdaten
Format, Bildrate, genaue Länge und Anzahl der Szenen. Zum Beispiel: 1920 × 1080 Pixel (16:9), 30 Bilder pro Sekunde, genau 12 Sekunden, 5 Szenen. Das klingt technisch, verhindert aber die meisten Überraschungen.
Idee und roter Faden
Beschreib in zwei bis drei Sätzen, worum es geht und was die Szenen verbindet. Stark ist ein Objekt, das durch das ganze Video wandert. Im Prompt für „Murmo“ verwandelt sich ein einziges Objekt fünfmal, und für jeden Satz gibt es einen neuen Kamerawinkel.
Look
Hintergrund, Farben mit Farbwerten, Schrift, Licht und Stimmung. „Heller, ruhiger Grund mit feinem Raster, weiße Karten, eine Akzentfarbe, fast schwarze Schrift“ ist viel besser als „modern und clean“.
Szenen mit Zeitangaben
Jede Szene bekommt Start, Ende und eine klare Aufgabe. Was ist zu sehen, welcher Text erscheint, was ist die eine Aussage? So bleibt das Tempo gleichmäßig, und nichts wird gequetscht.
Bewegung und Kamera
Hier entsteht der Profi-Look. Lege fest, wie Elemente erscheinen (einblenden, hochfahren, federn), wie lange das dauert und mit welcher Kurve. Wenn sich die Kamera bewegt, beschreib den Weg. Wichtig: Bewegungen sollen sich überlappen, nicht streng nacheinander starten.
Technik
Sag, wie das Video gebaut werden soll, zum Beispiel als Animation mit einer einzigen Zeitleiste, die sich Bild für Bild als Video aufnehmen lässt. So ist das Ergebnis jedes Mal gleich und lässt sich exakt exportieren.
Ein Beispiel zum Mitnehmen
So kann der Anfang eines Prompts für ein Produktvideo aussehen:
„Baue einen 10 Sekunden langen Produktfilm für eine erfundene Termin-App namens Planly, 16:9, 30 fps, 4 Szenen. Ein Kalenderblatt trägt die Geschichte: Es zeigt erst einen vollen Tag, sortiert sich dann selbst, schickt eine Erinnerung und endet als ruhiger Wochenplan. Look: warmes Off-White, eine Akzentfarbe in Koralle, große, eng gesetzte Schrift. Die Kamera fährt langsam von Station zu Station und steht nie ganz still. Szene 1 (0 bis 2,5 s): Der Text ‚Dein Tag ist voll?‘ erscheint Wort für Wort …“
Danach folgen die übrigen Szenen mit derselben Genauigkeit.
Typische Fehler
- Zu viel in einer Szene. Eine Szene, eine Aussage.
- Keine Zeiten. Ohne Zeitangaben wird das Tempo zufällig.
- Adjektive statt Werte. „Schön“ und „modern“ sagen der KI wenig. Farbwerte, Größen und Dauer sagen viel.
- Kein Ende. Plane die letzte Szene bewusst: Logo, ein Satz, kurz stehen lassen.
- Falsches Format. Ein Reel braucht 9:16. Ein Video in 16:9 wirkt dort klein.
Checkliste für deinen nächsten Prompt
- Format, Bildrate, Länge und Szenenzahl stehen ganz oben.
- Ein Satz beschreibt die Idee, ein Objekt trägt die Geschichte.
- Farben haben Werte, Schrift hat eine Größe.
- Jede Szene hat Start, Ende und genau eine Aussage.
- Jede Bewegung hat Dauer und Kurve.
- Das Ende ist geplant.
Am schnellsten lernst du, wenn du einen fertigen Prompt nimmst und ihn veränderst: anderes Thema, andere Farben, eine Szene mehr. Wie du den Prompt danach mit Claude zum Video machst, steht in KI-Videos erstellen mit Claude.
Häufige Fragen
Wie lang sollte ein Video-Prompt sein?
Für ein 10 bis 15 Sekunden langes Motion-Design-Video sind mehrere Seiten normal. Die Prompts in der DrillUp-Bibliothek beschreiben jede Szene und jede Bewegung. Ein Satz reicht nur für Zufallsergebnisse.
Auf Deutsch oder Englisch schreiben?
Beides funktioniert. Englisch ist bei Fachbegriffen wie easing, timeline oder frame rate oft eindeutiger. Die Texte, die im Video erscheinen, schreibst du in der Sprache deiner Zuschauer.
Gibt es fertige KI-Video-Prompts?
Ja. In der DrillUp-Bibliothek gibt es über 50 Prompts mit fertigem Beispielvideo, vor allem für Produktvideos, App-Launch-Filme und Werbung.